13.04.2017

Best Practice: Win-win-Effekt dank Factoring

Eine interessante WCM-Lösung wird gegenwärtig zwischen einem Lieferanten und einem Tochterunternehmen der Schweizerischen Post umgesetzt. Nach ersten Kontakten im Herbst 2016 ist es in kurzer Zeit gelungen, sich für die Zusammenarbeit zwischen den Partnern auf eine Factoring-Lösung zu einigen. Zu dieser für alle Beteiligten vorteilhaften Lösung steuert PostFinance die Liquidität bei. Wie das funktioniert, beschreibt Daniel Maucher aus dem Competence Center WCM von PostFinance.

Eigentlich handelt es sich um eine ganz normale Lieferantenbeziehung des Postkonzerns: Eine Tochtergesellschaft benötigt Material für den Betrieb ihres Filialnetzes. Dazu schliesst sie einen langfristigen Vertrag mit einem Materiallieferanten ab, der die Ware direkt an die konzerneigenen Filialen liefert. Im Vertrag ist auch ein Zahlungsziel vereinbart: Die Rechnungen des Lieferanten müssen nach 60 Tagen bezahlt sein.

Der Kundenberater des Lieferanten bei PostFinance kennt die Firma gut und weiss, dass für sie der Zugang zu zusätzlicher Liquidität attraktiv sein könnte. Nach wenigen Gesprächen einigt man sich auf folgendes Vorgehen: PostFinance begleicht die Rechnungen des Lieferanten nach deren Freigabe sofort und erhält den Betrag von der Posttochter erst nach Ablauf der vereinbarten Zahlungsfrist. Vom Datum der Rechnungsstellung bis zur Freigabe und Zahlung einer Rechnung verstreichen in der Regel rund 15 Tage. Somit erhält der Lieferant sein Geld nun 45 Tage früher als bisher. Im Gegenzug stellt PostFinance dem Lieferanten Zinsen in Rechnung, die aufgrund der sehr guten Bonität der Tochtergesellschaft deutlich niedriger sein können als beispielsweise bei einem entsprechenden Kontokorrentkredit. Des Weiteren hat diese Form der Finanzierung keinen Einfluss auf den Fremdverschuldungsgrad und damit die Bonität des Lieferanten.

Hier handelt es sich also um eine Factoring-Lösung (siehe Artikel «Supply Chain Finance») zwischen zwei Geschäftskunden (Business-to-Business-Geschäft, B2B). Insgesamt ist diese Form der Beschaffung von Liquidität für den Lieferanten konkurrenzlos günstig. Und auch die Posttochter kann sich freuen: Sie ist mit dem Lieferanten sehr zufrieden und kann ihn durch diese Vereinbarungen langfristig an sich binden.